Herbstlager Pitztal 2022

 

Bei frühlingshaften Temperaturen haben wir uns am Sonntag, 16. Oktober 2022, am frühen Nachmittag bei der Post in Unterwasser zur Fahrt ins Pitztal versammelt. Mit drei vollen Personenbusen und weiteren vier Personenwagen kamen wir nach gut zwei Stunden Fahrtzeit beim Hotel Gundolf in
St. Leonard an. Wie in jedem anderen Lager war auch bei uns auf der Hinfahrt bei den Kindern die Zimmeraufteilung ein heiss diskutiertes Thema. So bildeten sich nach der Ankunft auch die ersten Gruppen und konnten die Bekanntgabe der Aufteilung kaum erwarten. Es kam sogar der Wunsch auf, lieber mit Gleichaltrigen im Zimmer zu sein als mit dem eigenen Elternteil ein Zimmer zu teilen. Nach Abklärungen mit dem Hotel, konnten alle Wünsche berücksichtigt werden, auch Letzterer wurde im Sinne des Lagergedankens erfüllt.

Mit Hilfe der Leiter und den Begleitpersonen haben sich die Kinder in ihren Zimmern eingerichtet und trafen sich, wie alle Abende, um 18:30 Uhr zum Nachtessen. Nach Bekanntgabe des Programms für den Folgetag richteten die Kinder ihre Skiausrüstung und zogen sich jeweils um ca. 20:30 Uhr in ihre Zimmer zurück. Um den notwendigen Schlaf der Kinder, so gut es ging, sicherzustellen, mussten sie ihre mobilen Telefongeräte um 21:00 Uhr abgeben. Mit der einzigen Ausnahme, dass einmal am Morgen um 4:00 Uhr ein Alarm losging, funktionierte dies sehr gut. Mit dem ausreichenden Schlaf und der Disziplin der Kinder waren wir nach dem Morgenessen um 7:00 Uhr jeweils um 8:00 Uhr für die Fahrt auf den Gletscher mit der kompletten Skiausrüstung parat – dafür ein grosses Lob an die Kinder! Somit konnten wir jeden Tag nach der Fahrt mit dem Gletscherexpress und dem Aufwärmen kurz vor 9:00 Uhr mit dem Skitraining beginnen.

Die 28 Kinder teilten sich auf die Gruppen Animation (13 Kinder) und Race (15 Kinder) auf und konnten von den ausreichend vorhandenen Anzahl Leiter und Betreuer sehr gut profitieren.
In den ersten eineinhalb Tagen stand das Finden des Fahrgefühls mit den zum Teil neuen Skischuhen und/oder Skis im Vordergrund. Danach kamen bei der Race vereinzelte Minikipp und Slalom Tore zum Einsatz, aber immer noch mit dem Fokus, eine gute Körperhaltung und saubere Skibelastung zu haben. Die Animation übte am Dienstagnachmittag in jeder zweiten Fahrt mit «Bäseli» rhythmische Schwünge zu fahren, aber dazwischen auch immer noch die Grundelemente des Skifahrens mit gezielten Übungen bewusst zu erleben und begannen diese zu festigen.
Die klaren Nächte und die harten Pisten erlaubten es uns, bis und mit Donnerstag viel Technik zu üben und gegen den Mittag bei südlich ausgerichteten Hängen auch mal das Fahren auf einem Ski auszuprobieren. Speziell die älteren Kinder der Animation hatten es nach dem einten oder anderem «Protest» und ein paar Übungsfahrten erlickt, mit kurzen Schwüngen den Hang runterzufahren – Chapeau!
Am Donnerstagnachmittag bekamen wir auf der rechten Seite der Wildspitzbahn (höchst gelegene Seilbahn Österreichs – 2’840 auf 3’440 m.ü.M) für einen Riesentorlauf einen Pistenabschnitt zugewiesen. Die Race wie auch die Animation freuten sich wie junge Renntiere auf diesen Lauf, hatten aber die Aufgabe, mit sauberen Bewegungen eine kontrollierte Fahrt hinzulegen. Mit etwas gedrosseltem Ehrgeiz gelang dies in zweiten Lauf allen Fahrer und Fahrerinnen als erstes Riesentorlauftraining bravourös.
In der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag war der Himmel bedeckt und entsprechend war die Piste am Freitagmorgen weich. Dazu blies auf über 3’000 m.ü.M. ein starker Wind und erlaubte nur die Inbetriebnahme des 6er Sessellifts, die Gletscherseebahn, mit gut 150 Höhenmeter. Nach ein paar Fahrten konnten sich die Kinder am Übungslift «Mittagskogel» bei einem von uns ausgesteckten Parallel-Slalom messen. Wegen den weichen Schneeverhältnissen sind wir bereits um 11.00 Uhr in den Mittag. Nach der Rückkehr im Hotel sowie der Räumung der Zimmer konnten wir bereits kurz nach 13:00 Uhr zurück ins Obertoggenburg fahren.

Highlights waren neben dem Lottomatch mit Preisen für jedes Kind und der Disco im Hexenkessel die Begegnungen mit dem norwegischen Skirennläufer Henrik Kristoffersen, der sich die Zeit für Unterschriften und sogar für ein Gruppenfoto mit uns nahm. Am gleichen Tag konnten sich noch einige Kinder von der tschechischen Olympiasiegerin im Super-G und Parallel-Riesenslalom im Snowboard, Esther Ledecka, eine Unterschrift ergattern. Wenige Tage davor gab es auch Unterschriften von Fanny Smith, Schweizer Freestyle-Skierin aus dem Kanton Waadt.

Neben diesen Höhepunkten gibt es leider auch von verletzten Kindern zu berichten. Neben einer Schnittwunde am Finger mit nachträglicher Entzündung gab es am Donnerstag zwei Stürze mit möglicher Hirnerschütterung beim einten Kind und beim anderen eine mögliche Innenband- Verletzung am rechten Knie. Wir hoffen aber, dass sich die Befürchtungen in den ärztlichen Untersuchungen nicht bewahrheiten!
Das ganze Leiter- und Betreuungsteam wünscht den Kindern gute Besserung und eine möglichst rasche Heilung, so dass sie bald wieder draussen spielen und in der JO mitmachen können.

Neben den verunfallten Kindern schauen wir auf ein gelungenes Skilager mit beinahe perfekten Bedingungen und spannenden Begegnungen zurück. Ohne Leiter wie auch den betreuenden Personen und den Sponsoren wäre aber ein solches Lager nicht durchführbar. Dafür bedanken wir uns bei ihnen herzlich!
Ein spezieller Dank gebührt Martin Huser, der sich seit 18 Jahren mit einem sehr grossen Engagement für die JO Alpin einsetzt und auch dieses Jahr das ganze Lager organisierte und führte – Martin, herzlichen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz!

Thomas

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